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KONZEPT  „SPIRIT OF L-6“

14.01.2003

(Zur Diskussion)

Allgemeine Bemerkungen.

SOL-6 ist für den Selbstbau oder für den Bau in kleiner Serie in Russland gedacht. Das setzt einfache Konstruktion, herkömmliche Materialien und Verzicht auf teuere und anfällige Technik voraus. Die Yacht muss mit 2 Leuten gesteuert werden können, und das Komfort muss für  max. 6 Leute ausreichen. Die Unterhaltungskosten sowie der Pflegeaufwand müssen klein gehalten werden.

Anforderungen zur Konstruktion.

SOL-6 soll äusserlich an die alte L-6 erinnern. Ein Hauptkriterium ist das Gewichtsparen. Das erreicht man durch eine moderne Bauweise und durch den Kompositbau. Die Verdrängung verteilt man möglich gleichmässig  entlang der LWL. Gewichte sind in der Mitte untergebracht, das die Bootsenden entlastet und besseres Seeverhalten ermöglicht. Damit starkes Anlüven bei Schräglage vermieden werden könnte, werden Wasserlinien bei 10-20-30° auf  Unsymmetrie überprüft. Der  Überhang achtern hat genug Volumen um Festsaugen zu verhindern. Bei  Schräglage tauchen Überhänge ein und die KWL verlängert sich - das Boot läuft schneller. Bei wenig Wind verkürzt sich die KWL und der Reibungswiederstand nimmt ab. Erhöhte Stabilität wird durch einen tiefen Gewichtspunkt des Kiels mit einer Bombe gewährleistet.

Beschreibung  der SOL-6.

  1. Revier

Ost-und Nordsee, Schwarz-und Mittelmeer, Atlantische Küste.

  1. Yachttyp

Cruiser-racer für Amateurregatten ohne Formel und für Fartensegeln.

  1. Crew

Max. 4-6 Mann. (6 seefeste Schlafplätze).  Die Yacht kann von 2 Personen gesteuert werden. Für diese Zwecke sind

Rollgenua und „Lazzy Jack“ vorgesehen. Fallen sind in Cockpit verlegt. 

  1. Reichweite

Stauraum für Vorräte muss für min. 7 Tage ausreichen.

  1. Segelausrüstung

9/10 Bermuda-Sloop. Grosssegel, Genua, Arbeitsfock, Gennacker, Satz Sturmsegel.

  1. Rigg

Das Rigg ist aus Aluminiumlegierung hergestellt. Der Mast hat 3, zum Heck gepfeilte  Salingspaare. Das macht Backstagen im Normalfall überflüssig. Die Backstagen sind an Wantpüttingen mit  Karabinerhacken befestigt und werden nur beim Starkwind oder auf  Regatten angeschlagen. Stehendes Gut aus Niro-Draht oder aus verzinktem Stahl.

  1. Rumpf

Klassisches Aussehen oberhalb der KWL. Der Rumpf wird aus „Speed Plank“ hergestellt und mit GFK überzogen und hat Spanten nur im Mastbereich. Festigkeit ist durch Bodenwrangen sowie durch einlaminierte Schotten und  Möbel gegeben. Zur Entlastung des Rumpfes bei Grundberührung wird eine Stahlrahmenkonstruktion einlaminiert. Der Kiel wird dann an den Rahmen angehängt. Der  Mastfuss  steht auf dem Rahmen und die Wantpüttinge sind mit dem Rahmen durch Stahlzüge verbunden. Im Gewichtspunkt der Yacht ist  eine Befestigung für Kranstropp vorgesehen.   Das  Unterwasserschiff hat vorne eine tiefe Spantform, achtern ist der Spant U-förmig. Dies begünstigt das Seeverhalten und das Gleiten auf der Welle bei viel Wind. Der Kiel hat eine lange Bombe. Der Tiefgang ist auf 1,85 begrenzt.  Das Deck und der Kajutaufbau sind auch aus „Speed Plank“ oder aus Schiffbausperrhoz hergestellt. Teak und andere tropische Hölzer finden wegen des hohen Gewichts und aus Ökologischen Überlegungen keine Anwendung. 

  1. Ruderanlage

Das Ruderblatt sowie das Leitkörper werden in Kompositbauweise aus GFK mit Schaum gebaut. Die Ruderwelle besteht aus Niro, gelagert in Bronzenbuchsen oder in Kunststofflager.

  1. Hilfsmotor

Eine Alternative zum teueren Einbaudiesel ist ein  Aussenborder. Es muss untersucht werden ob ein Aussenborder in einer Schacht unter dem Cockpit schwenkbar untergebracht werden könnte.  Die Leistung ist mit 25 PS ausreichend. 

  1. Cockpit

Das Cockpit ist selbstlenzend und ausreichend tief.  Der Grossschottraveller ist hinter der Cockpitachterkante installiert, somit kann man sich im Cockpit frei bewegen. Etwas geneigte Cockpitsülle haben eine Kastenkonstruktion. Das ermöglicht bequemes Sitzen  und Unterbringung kleiner Ausrüstungsgegenständen in speziell dafür vorgesehenen Schwalbennestern. Genuaschotwinschen sind vom Rudergänger erreichbar. 2 Steuerkompen sind im Achterschot des Kajutuaufbaus installiert.

  1. Andere Anlagen

2 Bilgepumpen mit Handantrieb. Brunnen für Bilgewasser ist vorgesehen.   2 Süsswasserpumpen in Pantrybereich und in der Nasszelle. Toilette mit Fäkalientank. Gasflaschen für Kocher sind in einem extra Fach mit Lüftung untergebracht. Tankstutzen der Vorratstanks (2 Wassertanks, 1 Kraftstofftank) sind ins Deck eingelassen. 

  1. Decksausrüstung

4  2-Gang-Schotwinschen, 2  2-Gang-Fallwinschen, Fallstopper, Umlenkrollen, Travellerschienen für Gross-und Vorsegelschot, 6 Festmacherklampen, 6 Lippklampen, Anker im Ankerkasten unterm Vordeck, Lüfter, 1 Skylight im Kajutaufbau über den Salontisch,  1 Luke im Vorschiff,  1 Luke im Acherdeck.

  1. Navigationsausrüstung

2 Kompen, Peilgerät, GPS, UKW-GMDSS-Radio, Schiffsuhren, Echolot, Barograph. 

  1. Elektrik

12V Schiffsnetz, Lichtmaschine (falls Einbaudiesel), Starterbatterie, Verbraucherbatterie, Ladegerät für 25A, Landstromanschluss 220V 50Hz, Beleuchtung, auch im Motorraum und in den Backskisten, Hauptschalttafel, Hauptschalter, Navigationslichter, Steckdose an Deck für Scheinwerfer oder für Ankerlicht.  

  1. Einrichtung

Der Kajutaufbau ist nach vorn verlängert und erlaubt freien Durchgang ins Vorschiff. Die Stehhöhe ist bis auf 1,90 begrenzt. Der Innenbereich ist funktional in 3 Teile unterteilt. Im Vorschiff befindet sich eine V-Koje, die mit einem Leesegel in der Mitte auch während der Fahrt benutzbar bleibt. Beiderseits über  Kojen sind lange, schmale Regale angeordnet. Vor der Kojen befinden sich 2 Kleiderschränke. Im Mastbereich befindet sich Nasszelle mit Schiebetür. In der Nasszelle sind genügend Schränke (auch mit Spiegeltüren) und Ablageflächen eingebaut. Der Nasszelle gegenüber befindet sich ein grosser Schrank. Im Salon ist ein Tisch mit klappbaren Flächen und Stauraum eingebaut. Es gibt 2 Polstersofas mit nach oben klappbaren Rückenlehnen .   Dahinter verbreitet sich die Sitzgefläche, somit verwandeln sich die Sofas in Häfen in breite Kojen. Während der Fahrt kann man die Rückenlehnen zurückklappen und Leesegel benutzen. Unter den Sofas befinden sich Wassertanks. Oberhalb sind Bücherregale und Schränke eingebaut. Der Holzofen ist abnehmbar. Navi-Tisch ist für eine gefaltete Karte gross genug. Oberhalb ist Platz für Geräte vorgesehen. Unter dem Tisch sind Schubläden eingebaut. Gaskocher ohne Backofen ist bis zu 30° schwenkbar. Im Pantrybereich sind zahlreiche Schränke vorgesehen. Überall unter Deck sind genügend Laufgriffe eingebaut.  Im achteren Bereich gibt es 2  Hundekojen mit oberhalb eingebauten langen Regalen und 2 kleinen Schränken davor.

Zum Schluss.

Ich hoffe, dass nach Beendigung des Projektes  findet man entschlossene Leute, die das Boot bauen werden. Ob das Boot auch grosse Verbreitung erfährt – das wird uns das Leben zeigen. Wenn doch, dann muss man sich überlegen, ob man eine kleine Werft  für diese Zwecke organisiert. Somit kann man viel Kosten sparen. Ein Beispiel dafür ist der Bau des „Delfins“  in 70 Jahren.

 

Es ist zu erwarten,  dass im Laufe des Fortschreitens der Konstruktion, Einiges in der obigen Beschreibung noch geändert wird. Wir würden uns freuen, wenn Sie auch Ihre sachliche Meinung uns mitteilen würden.